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Im
Schuljahr 1994/95 entstand nach einer Anregung des Kasseler Künstlers Horst
Hoheisel über sein „Mahnmal von unten“ im Rahmen der Unterrichtseinheit
„Nationalsozialismus“ in einer 6. Klasse die Idee, eine Denksteinmauer für
jüdische Mitbürger des Bezirks Schöneberg auf unserem Schulgelände zu
errichten.
Das
Bayerische Viertel wurde zu Beginn des Jahrhunderts auch „Jüdische
Schweiz“ genannt, denn es war Zentrum jüdischen Lebens: Am Anfang der dreißiger
Jahre lebten ca. 16.000 Juden im Umkreis der Löcknitz-Grundschule.

Klasse
1931
Zur
Verfügung gestellt von H. Seidel. Schüler der Löcknitz-Grundschule 1931
Auf
dem heutigen Gelände der Löcknitz-Grundschule wurde 1910 die jüdische
Synagoge Münchener Straße 37 eingeweiht. Sie bildete das Zentrum jüdischen
Lebens im Bayerischen Viertel. Die Synagoge wurde am 9. November 1938 kaum
beschädigt, fiel aber den Bombenangriffen während des 2. Weltkrieges
weitgehend zum Opfer und wurde 1956 endgültig abgerissen. Heute steht der
Schulpavillon an der Stelle der Synagoge.
Synagoge Münchener Straße
37
Synagoge und
Schule
aus:
Vereinssynagogen - Heimatmuseum Schöneberg
An der Hecke in
der Münchener Straße, die an das Schulgrundstück grenzt , steht ein Denkmal
des Bezirks zur Erinnerung. Seit 1993 sind die Straßen des Einzugsbereichs der
Schule gesäumt von Schildern, die von der Deportation bzw. der Judenverfolgung
berichten.
Gedenkstein Münchener Straße 37
Bilder: C.
Niclasen
Hieraus
ergibt sich eine besondere Bindung der Schule an diesen Abschnitt unserer
Geschichte und Teil der Unterrichtseinheit „Nationalsozialismus“ in der 6.
Klasse ist immer wieder die altersgemäße intensive Beschäftigung mit dem
Schicksal der jüdischen Mitbürger. Zeitzeugen berichten von ihren Erlebnissen
im Unterricht, auf Unterrichtsgängen werden die Erinnerungsschilder erarbeitet,
Klassen nehmen an der jährlichen Kranzniederlegung des Bezirks teil und
besuchen die Ausstellungen und Unterrichtsangebote im Heimatmuseum. 1994
beschäftigte sich die damalige Klasse 6b intensiv mit Listen des Schöneberger
Heimatmuseums, in denen mehr als 6000 Namen jüdischer Mitbürger des Bezirks
Schönebergs aufgezeichnet sind, die durch den
Nationalsozialismus den Tod fanden. Im Juni 2004 wurde der 500.
Stein gelegt: Ein Schüler dachte mit diesem Stein an alle jüdischen Menschen mit
dem Namen Cohn - es waren 154 in unseren Listen! Seit dieser Zeit fügten mehr
als 750 Kinder ihre Steine dem stetig wachsenden Denk-mal hinzu.
Am 23. Juni 2011 um 10.30 Uhr
findet die nächste Denksteinniederlegung der jetzigen 6. Klassen statt.
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